Sag’s nochmal, Horst

Dienstag, 22. Juni 2010 19:33

Soundtrack: Miles Davis – Bitches Brew

Als ich heute das Altpapier verräumte, fiel mir eine Schlagzeile von vergangener Woche ins Auge (Autsch, Stilfehler…). Sie lautete: “Köhler sagt Servus”. Sollte heißen: Horst Köhler wurde mit dem Großen Zapfenstreich aus dem Amt des Bundespräsidenten verabschiedet.

Daran gibt es auch nichts zu kritteln, der wollte das ja so. Die Headline stimmt trotzdem nicht. Zum einen hätte Köhler als guter Schwabe wohl eher “ade” gesagt. Zum anderen – und jetzt werfe ich geballtes Netzwissen in die Waagschale – bedeutet das lateinische “Servus” nix anderes als “zu Diensten”. Und GENAU DAS wollte Köhler an diesem fackeligen Abend doch hinter sich bringen. Nicht mehr unterwürfig dem Volk dienen, sondern ohne Erklärung den Dienst endgültig abhaken. “Köhler sagt adieu” wäre dann wohl die bessere Wahl gewesen.

Und mit dieser kleinen Klugscheißerei ziehe ich für heute den Stecker.

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Deeskalier’ mich!

Sonntag, 20. Juni 2010 10:05

Soundtrack: Pantera – Vulgar Display of Power

I tell ya, das Leben eines Freien is fuckin’ wild and dangerous! Zum Beispiel gestern: Ich fuhr zu einem Hobbykickerturnier. Als ich ankam, hatten die 28 Teams schon runde zehn Stunden Spielbetrieb und kaum weniger Trinkbetrieb in den Beinen und in der Blutbahn. Kurzum: die Stimmung war schon sehr gelöst. Die sportlichen Begegnungen waren allemal unterhaltsamer als das Zeug aus Südafrika.

Ich machte ein paar Fotos von einem besonders heiteren Team und wollte mich gerade der Schlammschlacht eines Damen-Teams widmen, als ein junger Sportsfreund zu mir trat und sagte: “Ich muss Dir jetzt aufs Maul hauen.” [...]

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Paranoia des Tages (1)

Sonntag, 20. Juni 2010 9:48

Soundtrack: 13 & God – s/t

Diese kleinen Anflüge von Paranoia im Alltag sind etwas sehr Hübsches. Und hübsche Dinge sollte man teilen. In einer losen Folge will ich an dieser Stelle genau das tun.

Heute: Prinz Guttenberg.

Die wollen uns doch verarschen. Ich meine, hallo?!? Wer gestern und heute die Bilder von der schwedischen Prinzessinnenhochzeit angeguckt hat, weiß was ich meine: Das Mädel hat nicht irgendeinen Fitnesstrainer geheiratet, wie man uns glauben machen will, sondern unseren Verteidigungsminister von, zu, drunter und drüber Guttenberg. Die Brille! Die Frisur! Das gewinnende Lächeln. Das ist ja wohl eindeutig!

Die Reihenfolge wäre nicht unlogisch: Raus aus dem fränkisch Schloss und über einen Zwischenstopp in Berlin rein ins schwedische Schloss, vom Freiherr zum Prinzen. Der Kritik der Medien (vgl. Köhler Horst) entgeht er damit und wird zum umschmachteten Liebling der frei erfundenen Hausfrauenmagazine. Aktuelle umgangssprachlich-bewaffnete Konflikte sind in Schweden auch nicht bekannt.

Doch wer wird nun Verteidigungsminister? Rüttgers hätte Zeit, Köhler auch. Wulff lässt sich zwar zur Bundesmarionette wählen, danach aber könnte Super-Gauck als Zeichen der Versöhnung zum Bundesverteidigungsprinzen gekrönt werden…

Alles paranoider Schafscheiß? Das werden wir schon noch sehen!

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Hab da mal ne Frage

Montag, 14. Juni 2010 20:12

Soundtrack: Tröööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööööt!

So, nachdem ich jetzt irgendwo noch einen halben Meter Bandbreite gefunden habe, lasse ich nebenher Vuvuvußball laufen. Nicht, dass ich davon auch nur das Geringste verstehen würde. Aber man will ja auch dem Laufenden bleiben, was die Mitmenschen beim Biertrinken so bewegt. Dabei habe ich jetzt einige Fragen:

1. Warum zeigt man fast keine Menschen im Stadion? Sind da gar keine?  Und…

2. …wer macht dann die ganze Zeit “Trööööööt!”?

3. Warum klingt eine Vuvuzela, als würde mein Nachbar seine Fensterläden mit dem Schwingschleifer (vulgo Schwabblscheib’) bearbeiten?

4. Ist Jürgen Klinsmann erkältet? Der klingt wie Ulla Schmidt auf Schwäbisch…

5. Wer war gestern Abend dieser Langweiler neben der Reichsparteitagssprecherin?

6. Konnten Italiener nicht früher mal Fußball spielen?

7. Wer hat Bonfire aus der Zelle gelassen?

Für Hinweise die zur Begreifung des Sachverhalts führen, ist eine Belohnung von einem leer geschriebenen Kuli ausgesetzt.

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Ach, das ist gestreift?

Mittwoch, 9. Juni 2010 19:34

Soundtrack: Opeth – Morningrise

Also gut, mit dem neuen Wohnsitz im Schloss scheint es ja nun nichts zu werden. Schade eigentlich, der Gartenteich erschien mir sehr hübsch. Nach diesem Ausflug in die Welt der Großen möchte ich aber trotzdem noch ein bisschen staatstragend daherreden: Es geht um Stolz.

Als ich jung war, also etwa um die Zeit, als aus zwei Deutschländern wieder eines wurde, war die Einordnung relativ einfach: Wer mit dem Aufnhäher “Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein” unterwegs war, den konnte man getrost ignorieren, weil: Blödbacke, Rechtsausleger, Mitläufer oder Schreihals – kurz: Saftsack. [...]

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Such den Weg!

Mittwoch, 9. Juni 2010 19:25

Soundtrack : Amorphis – Skyforger

Tourismus ist ja nun ein Thema, bei dem eher wenig Ironie gepflegt wird – wer lässt sich schon gerne in der kargen Freizeit verarschen? Deshalb vermute ich jetzt auch eher wenig Ironie dahinter, dass im Kreis Heidenheim unter dem Titel “Spurensuche in der Brenzregion” ein Band mit Tourentipps und Wanderkarten angeboten wird. Einige der Touren – ganz ohne Ironie jetzt – sind sehr schön, die Landschaft der Region kann tatsächlich mal wieder mit anderen Augen gesehen werden. [...]

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Go, Gauck, go!

Sonntag, 6. Juni 2010 16:57

Soundtrack: Nevermore – The obsidian Conspiracy

Also gut, ich sehe es ein: Ich werde dieses Mal wohl nicht Bundespräsident werden. Als potenzieller Kandidat habe ich das Verfahren der letzten Tage natürlich genau beobachtet und muss jetzt feststellen, dass ich wohl vor allem deshab keine Chance auf das höchste Amt im Staate habe, weil ich Merkels Macht weder gefährden noch ausbauen kann.  [...]

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Bewerbung um eine Stelle als Bundespräsident

Mittwoch, 2. Juni 2010 21:05

Soundtrack: Jesu – Conqueror

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Bundesversammlung,

wie ich der Presse entnommen habe, ist Ihnen Ihr bisheriger Mitarbeiter auf dem Posten des Bundespräsidenten abhanden gekommen. Ich möchte mich deshalb auf diesem Wege für diese Stelle bewerben. Ich versichere Ihnen, vollumfänglich für dieses Amt geeignet zu sein, was ich Ihnen im Folgenden anhand einiger weniger Beispiele verdeutlichen möchte:

-Ich habe insgesamt 73 Freunde bei Facebook, ich bin also gesellschaftlich verankert.

-Ich bin gegen Internetsperren. Daher würde ich Ihnen keinen solchen Ärger einbrocken wie die Frau von der Lein. (Außerdem ist die eben eine Frau, und gleich zwei Frauen “ganz oben” gäbe bestimmt Gemurre)

-Ich stamme aus der Arbeiterschicht (Schwielen kann ich auf Nachfrage vorzeigen), sie könnten mich daher als gelungenes Beispiel für die Durchlässigkeit der Gesellschaft von unten nach oben vermarkten (die von der Zeitung mögen sowas ja).

-Ich habe keinen Schulabschluss und kein Studium (vgl. Josef Fischer), habe aber auch nie Straßenschlachten besucht, weil es die bei uns in der Provinz so selten gab.

-Ich wäre bereit, mich etwa ein bis zwei Mal im Monat von der Presse oder in Online-Foren beschimpfen zu lassen. Ich glaube, das würde ich schon mal fünf Jahre aushalten.

-Ich bin nicht verheiratet, habe keine Kinder und bin gewissermaßen ein Arbeitsnomade. Ich gehöre also einer wachsenden Gruppe an, die Ihre Partei bisher nicht verstanden hat (>> Wählerpotenzial).

-Ich würde alle Gesetze, die die Regierung schreibt, natürlich unterschreiben, weil das ist ja unhöflich, das einfach nicht zu tun.

Was die Entlohnng angeht, wäre ich mit dem Gehalt meines Vorgängers zufrieden. Auf einen Aufschlag würde ich mit Blick auf die angespannte Haushaltslage verzichten. Ich gehe allerdings davon aus, dass für Wohnräume im Schloss Bullerbü keine weiteren Kosten anfallen. Teilen Sie mir jedoch bitte im Zweifelsfall die Warmmiete mit. Ein mittelgroßer Hund (stubenrein) wäre dort sicher kein Problem, oder? Sieben Kinder würden dem Parkett sicher mehr zusetzen.

Sollten Sie sich am 30. Juni für mich entscheiden, könnte ich meine Stelle sofort antreten. Bis dahin müsste ich allerdings noch meinen Reisepass verlängern lassen.

Rückfragen Ihrerseits werde ich natürlich gerne beantworten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Edit (3. Juni, 19.45 Uhr): Wulff? Pffff….

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Ozzy! Hilf!

Mittwoch, 2. Juni 2010 15:07

Gerade mal wieder entdeckt, eine unbeschreibliche Perle:

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Binde/Strich

Sonntag, 30. Mai 2010 15:27

Soundtrack: Dredg – The Pariah the Parrot, the Delusion

Zur wohl wichtigsten Nachricht des laufenden Jahres hat sich spontan auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Wort gemeldet. Sie gratulierte Kevin-Prince Boateng zu seinem “Super-Erfolg”. “Kevin-Prince hat mich mit seiner Natürlichkeit und Herzlichkeit sehr beeindruckt”, sagte Merkel weiter. Boateng sei ein wunderbarer Ausdruck des jungen Deutschlands.

Wie? Ach so, ich höre gerade, es ging bei Merkels Einwurf (hrhr) um Lena Müller-Odenthal.Verzeihung, man kann ja mal durcheinander geraten bei all den Bedeutsamkeiten, zu denen sich Merkel äußert.

Tja, Lena Meyer-Landflucht… Zwar wünscht mancher ihren Song bereits auf eine satellitenähnliche Umlaufbahn, doch gehen Experten auch davon aus, dass sich im Zuge der anstehenden Lenaisiering Deutschlands eine Renaissance des Doppelnamens  einstellen wird. Einst Stigma entscheidungspanischer Akademikerinnen und längst Spottmagnet an den Stamm-Tischen (”Bindestrich-Futtel”) stehe der Doppelname vor einer tiefgreifenden Neubewertung.

Frauenexpertin Alice Schwarzer-Immerda erklärte, der Doppelname könne nun endlich wieder als das signifikante Zeichen dafür wahrgenommen werden, dass Frauen Männer an sich binden, und nicht anders herum. Das sei der wohl wichtigste Erfolg von Lena Oslo-Überalles. Außenminister Guido-Wester-Welle erklärte in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, seine Namensänderung sei als Zeichen der Sympathie zu verstehen. Jeden Gedanken an hemmungslosen Populismus wies er von sich. Bundeskanzlerin Angela Baldige-Neuwahl betonte hingegen, der Doppelname sei ein wunderbarer Ausdruck des jungen Deutschlands. Er habe sie in seiner Natürlichkeit und Herzlichkeit sehr beeindruckt.

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