Beitrags-Archiv für die Kategory 'Fundbüro'

Schöne Wörter (1)

Dienstag, 10. August 2010 20:34

Soundtrack: Blackfield – II

Kennt ihr das? Ihr hört nach langer Zeit mal wieder irgendein Wort – und dieses Wort spült eine meterhohe Welle an Erinnerungen an den von Alltagsmüll übersäten Strand eures Hirns (Gedankenstütze: diesen Satz beim Steinmetz in Auftrag geben…).

So ging es mir heute morgen. Aus einem ganz bestimmten Grunde (den ich nicht erzählen werde, denn was geht euch die Organisation unseres Haushalts an) wurde meine Gedanken auf eine Tafel gelenkt. Und plötzlich war das Wort da, 20 Jahren vergessen und mit einem Mal präsent: TAFELDIENST.

Bamm! Da war ich wieder 16, langhaarig, angepisst und so missgelaunt, dass mich selbst wohlmeinende Lehrer nicht mehr ansprachen. Tafeldienst. Gibt es das heute noch? Gibt es noch Tafeln, oder wird das irgendwie alles gebeamt? Wie auch immer: Es war der Scheiß in Reinform. Nach jeder Stunde all den Kram wieder wegwischen, der zuvor 45 oder 90 Minuten keine Sau interessiert hatte. Und danach stanken die Finger nach dieser Mischung aus aufgeweichter Kreide und dem muffigen, niemals trocknenden Lappen. Manche Mitschüler schafften es, die Scheibe streifenfrei sauber zu bekommen, das gelang mir schon mangels Interesse nie.

Ich glaube nicht, dass mir das Wort Tafeldienst in den letzten 20 Jahren mal durch den Kopf gegangen ist. So wichtig war das Ganze im Nachhinein dann doch nicht. Aber schon die Tatsache, mit einer verschmierten Tafel einen Lehrer nerven zu können, war damals irgendwie wichtig. Wie sich die Zeiten ändern: Heute kann ich mich über Kleinscheiß aufregen. Welchen? Das werde ich euch doch nicht verraten. :-)

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: Jens Eber

Roller vermisst?

Dienstag, 3. August 2010 19:19

Soundtrack: Turbostaat – Das Island Manøver

Es läuft ja meistens so: Wer erzählt, dass er in Giengen wohnt, erntet mit schief gelegtem Kopf geäußertes Mitleid. “Ach, herrje”, geht das dann, “und wie isses mit der Kriminalität?”

Giengen steht nämlich aus irgendwelchen statistischen Gründen im Ruf, in Sachen Kriminalität den düstersten Ecken von New York, London, Berlin oder Husum in nichts nachzustehen. Hier regiere  das Gesetz der Straße und des schnellsten Fingers am Abzug.

Tatsächlich sieht die Realität grausam aus. Binnen gut drei Jahren hatten wir einiges zu erdulden:

-ein lautstarker Ehekrach (aushäusig)

-ein in Sichtweite abgelegtes, gestohlenes Kfz-Kennzeichen (zwei Polizistinnen bargen diese Beute eines schäbigen Diebes)

-ein entwas entfernterer Nachbar wurde wegen dummen Suffbetragens abgeräumt (zu Recht, das war wirklich nicht witzig)

Nicht gestohlen wurde dagegen der Inhalt meines Autos, das ich regelmäßig vergesse abzuschließen.

Roller

Und nun das: Der beste Beweis dafür, dass Giengen eben nicht die Bronx ist, steht seit mittlerweile einer Woche vor den Toren der Stadt auf der Zufahrt zu einem Wanderparkplatz: ein Peugeot-Roller mit geräumigem Koffer und verschlissener Sitzbank. Er stand vergangenen Mittwoch bei Regen dort, am Wochenende dann bei Sonne, und nur eine Spinne scheint sich um ihn zu kümmern – sie hat zwischen Lenker und Vorderrad ein Netz gesponnen. Ein freundlicher Polizist meinte, das Ding wäre ihm auch schon aufgefallen.

Seither steht der Roller schon wieder zwei Tage länger. Und niemand klaut ihn. Vielleicht liegt das daran, dass er für einen fußläufigen Rollerdieb zu weit draußen steht. Vielleicht wurde er auch bereits geklaut und dort abgestellt (dann sollte irgendwo ein trauriger Ex-Rollerfahrer sein, der das Gefährt vermisst, Kennzeichen gibt’s auf Anfrage). Auf jeden Fall ist der Roller ein drolliger Beweis dafür, dass die Kriminalität hier irgendwie nicht so schlimm sein kann. Sollte der Besitzer freilich gemeuchelt im Graben liegen, nehme ich den letzten Satz zurück.

Edit (6. August): Nu isser weg. Alle Spekulationen sind damit wohl verraucht…

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: Jens Eber

MC Klappspaten

Montag, 2. August 2010 21:31

Soundtrack: Blackfield – II

Neulich im Deutschunterricht in einer Kreisgemeinde: Die Lehrerin knipst den Beamer an, wirft ein Foto an die Wand und fragt: “Na, Kinder, wer erkennt den Fehler, den MC Klappspaten bei seinem hübschen Graffito gemacht hat?”

snopp

Kichern.

Die coolen Jungs klatschen sich mit High Fives ab, die Mädchen üben sich in Fremdschämen. Nur MC Klappspaten denkt sich: “Ihr Blödbacken!” Denn nur er weiß, dass er “Westcost” natürlich als Kapitalismuskritik angelegt hat, dass “Snopp” auf Schwedisch etwas bedeutet, was den Mädchen rote Ohren macht, und in Zusammenhang mit “Dogg” auch die Jungs zum Schweigen bringt. MC Klappspaten weiß, dass er den anderen überlegen ist.

Vielleicht isser auch nur eine Handlampe, die gerade mal Muttis güldenes Dekospray gerade halten kann.

Aber die erste Version wäre irgendwie sympathischer.

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: Jens Eber

Ozzy! Hilf!

Mittwoch, 2. Juni 2010 15:07

Gerade mal wieder entdeckt, eine unbeschreibliche Perle:

Thema: Fundbüro, Laut hier! | Kommentare (0) | Autor: admin

Ungeduld

Samstag, 29. Mai 2010 17:29

Soundtrack: Metallica – Master of Puppets

Gerade Samstagseinkauf beim Drogen-Müller. Hübschen Dialog belauscht (in den Hauptrollen: Sohn und Papa). Das ist nicht erfunden, ich schwör!

Sohn (zeigt auf irgendeine DVD): “Die brauch’ ich!”

Papa: “Die ist ab drei.”

Sohn: “Ich BIN drei!”

Papa nuschelt irgendwas.

Sohn (zeigt auf die nächste DVD): “Papa, die brauch’ ich!”

Papa: “Die ist ab zwölf.”

Sohn: “Ich kann doch nicht warten, bis ich zwölf bin. Ich brauch’ die JETZT!”

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: Jens Eber

Es gibt sie noch, die guten Texte

Dienstag, 18. Mai 2010 19:36

Soundtrack: Snapcase – Designs for Automation

Heute gibt’s hier nur mal wieder ein paar Fundstücke. Im letzten Urlaub hab ich mal wieder die ZEIT gelesen (dafür braucht man ja nicht nur Zeit – höhö – sondern vor allem Platz) und im Dossier über das Vulkangewinsel zieht Florian Illies ein putziges Fazit des Geschehens und legt nahe, dass die Asche gewissermaßen noch in Sachen Merchandising nützlich werden könnte. Das Ganze gipfelte in der großartigen Persiflage auf die Sprache der Manufactum-Kataloge:

“Auf Island gibt es noch einen kleinen Vulkan, der in Handarbeit vorzügliche Asche herstellt, die für uns in einer Sonderanfertigung in Karaffen aus handgeschliffener, noch warmer Lava abgefüllt wurde” [...]

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: Jens Eber

Geht ja gar nicht

Sonntag, 9. Mai 2010 18:51

Soundtrack: Bloodbath – The Fathomless Mastery

Als ehemaliger Holzfäller kann ich das überhaupt nicht befürworten:

fund

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: Jens Eber

Mit freundlicher Unterstützung…

Dienstag, 22. Dezember 2009 8:24

heinzelmann

Es ist ein Rätsel, allerdings ein sehr angenehmes. Gestern Abend schneite es, allerdings spät genug, um nicht noch der Bürgerpflicht nach reingeschleckten Gehwegen nachkommen zu müssen (jaja, ich weiß..). Dafür stand ich heute früh genug auf, um noch vor 7 den Fußweg halbwegs zu ebnen. Und siehe da: es war bereits erledigt – professionell mit Maschinenhilfe und ziemlich gründlich. Wie das Foto beweist, rollte der Helfer von rechts nach links mit einem grob bereiften Gerät den Gehweg entlang.

Das Rätsel daran: ich habe keine Ahnung, wer das tut. Ich würde da gerne mal danke sagen und vielleicht auch ergründen, warum derjenige das tut. Langewile? Erträgt er es nicht, dass der Gehweg immer auf den letzten Drücker geräumt wird? Oder sie? Und warum stört ihn (oder sie) das Laub im Herbst nicht?

Der unbekannte Helfer war auch schon letztes Jahr aktiv, ohne dass ich ihn je “ertappte”.

Jetzt bleibe ich jedenfalls tapfer am Schreibtisch und spitze die Ohren, ob nicht irgendwann ein wackerer kleiner Viertakter zu hören ist…

Thema: Fundbüro | Kommentare (0) | Autor: admin